Grindkopf

nach dem Libretto von Tankred Dorst

«Grindkopf» ist mutig. Er folgt dem wilden Mann in den wilden Wald. Und erlebt dann alle Abenteuer, die zum Erwachsenwerden gehören: Eine Geschichte über das plötzliche Bewusstsein, einzigartig zu sein, über die ersten Wunden, die das Leben schlägt, aber auch über das Glück und die Liebe. Mit viel Fantasie und Live-Musik erzählen die Schauspieler und der Musiker von den Abenteuern des Königsohns, der lieber seinen «Grind» unter der Kappe verbirgt, als sein wahres Ich zu zeigen.

WILD UND SCHÖN
«Wild geht es zu auf der Bühne. Es wechseln ruhige Momente mit dynamischen Szenen, in denen zu wirbelndem Schlagzeug (Jazzmusiker Reto Weber live) gerannt, gepoltert und umgebaut wird. Da wird eine Schrankwand aus Turnhallen-Spinden zu einem Schloss, einem Wald, einem Bunker, einem Heer. Und mitten drin: Der leicht überforderte und doch mutige kleine Grindkopf. Dorsts Stück über die Phasen der Adoleszenz, über gesellschaftliche Rollen und kindlich-archaische Energie ist leicht und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Besonders schön sind die humorvollen Details und schrägen Charaktere: Das Königspaar trägt schrille Barockkostüme, die Prinzessin leidet unter der Schlafkrankheit, eine Perücke wird zur frechen Handpuppe, Esspapier zu einem Dreigängemenü. «Grindkopf» zeigt mit einfachen Mitteln, was Theater kann: eine Welt erschaffen, die alle Grenzen überschreitet. Eine zauberhafte Inszenierung, ein Märchen für Kinder und Erwachsene.» baz

EINE MÄRCHENHAFT REALISTISCHE INSZENIERUNG
«Subtil, gedanklich klar, durchdacht und bildstark ist die Regie von Rogier Hardeman. Wohltuend, wie es ihm gelingt, aus der Stille und in sie hinein Bilder zu setzen und Szenen sich entwickeln zu lassen. Ensprechend sublim die Führung der Darsteller. Bemerkenswert die Idee, die verschiedenen Rollenträger mit Kreidestrichen Zeichen und Texte auf die Garderobentüren schreiben zu lassen, und dies stets szenisch und inhaltlich auf mitspielende oder erhellende Art und Weise.
Lustvoll, vital, gelöst und intelligent die darstellerischen Leistungen von Gina Durler, Matthias Grupp, Samuel Kübler und Reto Weber. Auch im Bereich Licht und Technik werden die notwendigen Register gezogen. Die Premiere vom Samstagabend jedenfalls wurde herzhaft beklatscht.» bz

Unterstützt von: Kanton Basel-Stadt, Kanton Basel-Landschaft, GGG Basel, Ernst-Göhner Stiftung Zug, Artephila Stiftung

Regie: Rogier Hardeman
Spiel: Gina Durler Matthias Grupp, Samuel Kübler, Reto Weber
Musik: Reto Weber
Ausstattung: Anna Stolze
Bühnenfassung: Alexander Pfeuffer
Licht/Technik: Claudia Oetterli/Peter Tscherter