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Orient meets Okzident

In der Auseinandersetzung zwischen verschiedenen kulturellen Traditionen nimmt das Spannungsfeld «Orient meets Okzident» eine besondere Stellung ein. Hier stossen Weltbilder aufeinander, werden Kriege geführt, scheinen Konfliktpotentiale zuweilen nicht unüberwindbar. Doch sind die vermeintlich klaren Zuschreibungen und Grenzziehungen von orientalischer und europäischer Gesellschaft nicht erst mit der modernen Migrationsentwicklung hinfällig geworden. Der Austausch und das Zusammenspiel dieser divergenten Einflüsse bestimmt die Kulturgeschichte Europas von Grund auf und setzt sich in unserem Alltag nun wieder verstärkt durch. «Orient meets Okzident» setzt sich so zum Ziel, das aktuelle ästhetische Potential dieser kulturellen Herausforderungen auszuloten. In Theater-, Musik- und Literaturprojekten werden Arbeiten vorgestellt, die im Zusammenspiel verschiedener Traditionen neue Formen und Inhalte zum Ziel haben. Dabei liegt der Focus neben den konfliktbeladenen Aspekten vor allem auch auf der künstlerischen Innovationskraft, die in diesen Begegnungen realisiert wird. Nicht zuletzt soll damit auch auf die konstruktiven und bereichernden Dimensionen der Begegnung von Orient und Okzident aufmerksam gemacht werden. Mit einem grossen Gewinn für Kulturschaffende wie auch ihr Publikum.

Orient meets Okzident 2011

Vom 12. Januar bis 21. Januar 2011 findet im Vorstadttheater Basel die sechste Veranstaltungsreihe zum Thema «Orient meets Okzident« statt. Seit 2006 widmet sich diese jährlich stattfindende Reihe der zeitgenössischen arabisch-europäischen Kultur. Die kulturelle Vielfalt unserer Gegenwart eröffnet ein kreatives Potential, das sich in Literatur, Theater und Musik niederschlägt. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Traditionen bietet neue Perspektiven auf die Kunst, von denen wir einige Beispiele Kindern und Erwachsenen auch in diesem Jahr vorstellen werden. 2011 liegt der Schwerpunkt der Auseinandersetzung auf dem Konflikt Israel/Palästina.

Programmüberblick

Mi, 12. Januar * Do, 13. Januar * Fr, 14. Januar je 20 Uhr

CHECKpoint Israel-Palästina, Grenzgänger, Luzern

REGIE Julian Grünthal REGIE MITARBEIT Bettina Glaus SpIEL Elisabeth Rolli, Hagar Admoni-Schipper, Marion Lindt, Yves Wüthrich RAUMGESTALTUNG Barbara Pfyffer MITARBEITRAUM/ VIDEOINSTALLATION Corina Schwingruber Kostüm Camilla Villforth LICHT Markus Güdel TONSPUR Giancarlo Della Chiesa

Checkpoint nimmt sein Publikum mit auf die Recherchereise zweier junger Schweizer nach Israel und in die besetzten palästinensischen Gebiete. Ist es möglich, in diesem angespannten Themenkomplex eine Wahrheit jenseits von Gut und Böse zu finden? Oder geht angesichts der Unmengen individueller Wahrheiten jegliche Übersicht verloren? Ausgangsmaterial des Stücks sind Videoaufzeichnungen, Interviews und Erlebnisse, die auf einer Recherchereise des Autors und zweier Mitspielerinnen im Sommer 2009 in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten entstanden sind. Viele Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen, jüdischen und palästinensischen, bilden ein Erfahrungsmosaik, das klare Zuordnungen von richtig und falsch nicht zulässt. Checkpoint ist ein Versuch, diesen komplexen Erlebnissen Rechnung zu tragen. Das Publikum sitzt in einer theatralen Installation und verfolgt den Bericht und die Auseinandersetzung der beiden Reisenden. Beide haben ihre Ideen und Bilder über den Israel/Palästina Konflikt aus der Schweiz mitgebracht, beide reiben sich aneinander.

So, 16. Januar, 11 Uhr

Heimweg, Theater Zamt & Zunder

TEXT Christin Glauser, Beren Tuna REGIE Christin Glauser SPIEL Beren Tuna, Christof Oswald

Alter ab 12 Jahren

Günes ist dreizehn Jahre alt. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrer Oma in Izmir in der Türkei. Diesen Sommer verbringen sie nicht am Meer, sondern fahren in die Schweiz. Am Ferienort, zwischen Muttenz und Dreispitz, erfährt Günes von ihrer Mutter, dass sie nicht zurückkehren werden. Die Schweiz soll Heimat werden, ein neuer Vater Sicherheit geben und die Schweizer Schule Günes Zukunft sichern. Die Schweiz wird zwar Günes Alltag, aber das Heimweh ‹gurbet› brennt täglich in ihrer Seele. Und Günes beginnt zu kämpfen, für das was sie will, einen Freund, ein Zuhause, eine Identität. Als sie auf diesem Weg schon weit gekommen ist, packt die Mutter wieder alle Koffer … Dieses Stück ist eine Klassenzimmerproduktion. Die Schauspieler erzählen die Geschichte von Günes direkt ihrem Publikum in der Schule. Für eine Aufführung in Ihrer Klasse setzen Sie sich bitte mit dem Vorstadttheater in Verbindung. Am Sonntagmorgen zeigt Zamt & Zunder die Klassenzimmerversion von «Heimweg» im Vorstadttheater.

Di, 18. Januar 20h Schweizer Premiere * Mi 19, Januar 10.30h * Do 20. Januar 10.30h * Fr, 21. Januar, 10.30h und 20h

YALLA!

REGIE Dalit Bloch SPIEL Layla Toukhy, Mohamad Mashharawi, Manar Tourk, Khulud abu lsan, Mahmoud Ablassi, Dolev Tolendo, Omri Zakal, Lean Tal, Noy Maximov, N.N. DRAMATURGIE/ ASSISTENZ Samieh Jabbarin BÜHNE/ AUSSTATTUNG Salim Shehade Salma MANAGEMENT ‹arab-hebrew-theatre›, Machmoud Dassouki

ALTER ab 12 Jahren

«Yalla!», das arabische Wort für «vorwärts/los geht‘s!», wird in Israel sowohl von der arabischen wie auch jüdischen Bevölkerungsgruppe benutzt und steht als Motto über diesem Grenzen überschreitenden Theaterprojekt mit jüdischen und palästinensischen Jugendlichen aus Israel. Dalit Bloch inszeniert in Zusammenarbeit mit dem ‹arab-hebrew-theatre› in Jaffa ihre Adaption von Gottfried Keller’s «Romeo und Julia auf dem Dorfe». Die Geschichte von den verfeindeten Familien in einem Schweizer Dorf wird dabei von je fünf arabischen und jüdischen Israeli auf Parallelgeschichten ihrer Grosseltern untersucht. Was gab es damals für Begegnungen zwischen Palästinensern und Juden? Wo gab es Freundschaft, wo Feindschaft und wo Liebe? Erzählt wird die Geschichte zweier Liebenden, die auf Grund der Religion und der Volkszugehörigkeit nicht zusammenkommen dürfen. Miteinander suchen sie nach einem Ausweg. Ein Jugendtheater mit Tempo, Tanz und viel Musik. Dalit Bloch arbeitet mit Jugendlichen aus Israel, die keine Theatererfahrung haben, zum ersten Mal auf der Bühne stehen und viele auch zum ersten Mal mit der Tournee nach Europa reisen. Der Filmemacher Benno Hungerbühler begleitet das gesamte Projekt und wird einen Dokumentarfilm darüber erstellen.

YALLA! DISKUSSION MIT Dalit Bloch, Benno Hungerbühler, ein jüdischer und ein palästinensischer Jugendlicher: Di, 18. Januar im Anschluss an die Vorstellung gibt es die Möglichkeit, mehr über «Yalla!» zu erfahren, Fragen zum Stück zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

YALLA! PARTy Fr, 21. Januar im Anschluss an die Vorstellung. Zum Abschluss der Basler Vorstellungsserie laden wir alle Beteiligten, ZuschauerInnen und Gastfamilien zu einem Fest ins Vorstadttheater.

Ein Interview zu «Yalla» und «Kunst für Kinder» hier

Adresse
Vorstadttheater Basel
St. Alban-Vorstadt 12

Reservation/Info
Telefon 061 272 23 43
Fax 061 272 23 08

Postadresse
Vorstadttheater Basel
Postfach 555
4010 Basel

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